Meine Beratungsgespräche bei Dr. Nitzsche und Dr. Steen in Leipzig am 04.03.08
Mein erstes Gespräch an diesem Tag war bei Dr. Nitzsche.
Sehr schöne Praxis, sehr edel, nette Sprechstundenhilfe, Kaffee, Knabberkram. Kurzum - zum Wohlfühlen.
Dr. Nitzsche selbst - ein sympathischer Mann, locker drauf, ein Kumpeltyp.
Nun zu meinem Problem.
Er schaute sich alles ganz genau an und meinte dann, es wäre zwar ein Risiko da, aber man könnte mein Problem beheben, wenn man schmalere Implies (möglichst aber gleiches Volumen) nimmt und vor allem von einer anderen Firma. Sein Favorit sind Mentor-Implantate.
Um zu gewährleisten, dass sich bei mir nicht erneut Falten bilden, sollte man eine höhere Kohäsionsstufe wählen, am besten die Stufe 3. Damit wäre die Faltenbildung quasi ausgeschlossen. Die Narbe würde für den neuen Zugang genutzt werden und würde definitiv nicht größer werden.
Das hörte sich alles sehr gut an und ich war schon ein klein wenig euphorisch.
Dann kam das Gespräch bei Dr. Steen:
Relativ spartanisch eingerichtete Praxis, dennoch modern, aber ohne jeden überflüssigen Luxus.
Dr. Steen - ein sehr freundlicher Mann, sehr förmlich, aber dennoch vertrauenswürdig. Man gewinnt den Eindruck, dass er wirklich Ahnung hat.
Ich schilderte ihm mein Problem und er ging mit mir in den Nebenraum (Behandlungszimmer).
Er bat mich, abzulegen und schaute sich meine Falten an.
Er erklärte mir sehr genau, woher diese Falten ("Knubbel") kommen und sagte mir direkt, dass dies nicht reparabel sei.
Der operierende Arzt hätte die Tasche in diesen Punkten zu weit ausgeformt und daher das Unterhautfettgewebe weggedrückt.
Ich musste unheimlich mit mir kämpfen, um nicht in Tränen auszubrechen.
Er bat mich dann wieder in das Sprechzimmer, wo mein Mann wartete und erklärte ihm das Ganze nochmal. Ich fing an zu weinen. Ich konnte es einfach nicht zurück halten.
Er meinte dann, dass man schon versuchen könnte, zu reparieren, aber das Risiko, dass es genauso wieder werden würde, extrem hoch sei, um nicht zu sagen, dass es wohl mehr als wahrscheinlich sei, dass das wieder passiert, weil kein Unterhautfettgewebe mehr da wäre.
Kurzum, er hat mir folgende Möglichkeiten aufgezeigt, die alle trotzdem ein sehr hohes Risiko aufweisen:
1. Ablösung und Durchtrennung des rechten Brustmuskels, Fixierung des Muskels mittels Naht am Drüsenkörper, Austausch der Implantate in kleinere. Nachteil/Risiko: der Brustmuskel schmiegt sich in das "Loch" ein und das Impli folgt und schlägt eine Falte, die man dann allerdings nicht mehr ganz so stark sieht wie jetzt.
2. Einfügen eines Kunststoffnetzes in die beschädigte Region mittels Endoskopie, Austausch der Implantate in kleinere. Nachteil: Das Kunststoffnetz ist sehr steif und würde das Impli auf Dauer beschädigen.
3. Verlagerung der Kapsel in komplett UBM (jetzt ÜBM), Austausch der Implantate. Nachteil: Implantate säßen dann für meinen Körperbau zu weit oben. Straffung wäre notwendig.
4. Verlagerung in teilweise UBM, Austausch der Implantate. Nachteil: Das beschädigte Gewebe ist genau dort, bis wohin der Brustmuskel abgelöst werden würde, d.h. erneute Faltenbildung unvermeidbar.
Alles in allem würde ich sagen, es war heute für mich ein richtig schlechter Tag.
Ich weiß nicht, was ich machen soll und das ist das Wenigste.
Ich könnte damit leben, wenn man mir sagt, dass das nun mal passieren kann.
Aber ich bin zutiefst erschüttert darüber, dass man nichts für mich tun kann.
Dr. Steen ist ja nun schon der zweite PC, der dies äußerte.
Mittlerweile habe ich mich schon wieder beruhigt und sehe alles schon wieder etwas gelassener.
Ändern kann ich ja sowieso nix daran.
